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John
Denver - eine Biographie
- II
1985 brachte John Denver sein 24. Album bei RCA heraus: Dreamland Express. Das Album hob sich
deutlich von seinem Image ab und war bei den Fans
und
den ganz gewöhnlichen Hörern gleichermaßen beliebt. Es
zeigte wieder einmal seine Vielseitigkeit als Künstler. Die Single
daraus, Don't Close Your Eyes Tonight, war die Grundlage zu
seinem
ersten Musik-Video, welches es ihm ermöglichte, seine
schauspielerischen
und musikalischen Talente miteinander zu verbinden. Denvers 25. und
letztes
Album für RCA, One World (1986), enthielt den
international
mit Beifall begrüßten Song Let Us Begin (What Are We
Making
Weapons For?). Eine besondere Version des Liedes wurde zusammen mit
dem sowjetischen Starsänger Alexandre Gradsky in den Moskauer
Melodiya
Studios aufgenommen. Für diese Aufnahme wurde erstmals einem
sowjetischen
Künstler die Erlaubnis erteilt, mit einem bekannten amerikanischen
Sänger eine gemeinsame
Platte aufzunehmen. Das zu dieser Aufnahme entstandene Video wurde in
den
Vereinigten Staaten und in Übersee von Fans und Kritikern mit
Beifall
aufgenommen. Denver, der sich intensiv dafür eingesetzt hat, Bande
zwischen den - seinerzeit noch - sowjetischen und den amerikanischen
Bürgern
zu knüpfen, sagte: "In einer Karriere, die voller wahr gewordener
Träume ist, ist dies das beste, was ich je getan habe."
John
Denvers
Verpflichtung, einen Beitrag für eine Welt des Friedens zu
leisten,
ließ ihn stets nach Wegen suchen, wie er seine internationale
Popularität
für dieses Ziel nutzen könnte. Im November 1984 besuchte er
die
damalige Sowjetunion auf Einladung der Vereinigung Sowjetischer
Komponisten.
Es war vorgesehen, daß seine Auftritte auf private Konzerte
begrenzt
sein würden. Bewegt von diesen Auftritten, setzte die
Komponistenvereinigung
jedoch ein Konzert im Moskauer Internationalen Handels-Center an und
zeichnete
Teile der Show für eine Sendung der nationalen russischen
Fernsehstation
auf. Ein Auftritt Denvers in der Amerikanischen Botschaft brachte die
ersten
sowjetischen Offiziellen dazu, an einer Veranstaltung der Botschaft
teilzunehmen,
nachdem der Vertrag über einen Kulturaustausch zwischen den USA
und
der UdSSR 1980 ausgelaufen war. Der Erfolg seines ersten Besuchs
führte
zu einer Einladung von seiten der Sowjetunion für eine
12tägige
Konzerttour im Juni 1985. Die Tour bezeichnete das erste Mal seit dem
Auslaufen
des Kulturabkommens, daß ein amerikanischer Künstler
eingeladen
wurde, öffentliche Vorstellungen zu geben. Der stellvertretende
Direktor
für Kulturelle Angelegenheiten des Stadtrats von Leningrad stellte
Denver bei einer Pressekonferenz für sowjetische Zeitungen mit
diesen
Worten vor: "Ein russisches Sprichwort besagt, die erste Schwalbe des
Frühjahrs
macht noch nicht das Wetter der ganzen Jahreszeit, aber die erste
Schwalbe
kann eine Wende zu einem wärmeren Klima anzeigen. Wir hoffen,
diese
John-Denver-Tour führt zu einer wärmeren Beziehung in
US-Sowjet
Kulturangelegenheiten." Worauf Denver erwiderte: "Als Künstler und
Entertainer sehe ich es als meinen Auftrag, Verständnis und
Freundschaft
zwischen den Völkern aufzubauen." Er sang in drei sowjetischen
Städten
vor ausverkauften Häusern, wobei er zum Vergnügen seines
sowjetischen
Publikums Annie's Song auf Russisch sang. Seine Rolle bei den sowjetisch-amerikanischen Beziehungen fortsetzend, war John Denver nach dem Treffen von Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow in Genf Gastgeber des ersten Kulturaustausches zwischen den USA und der UdSSR. Er war bei einem "Gipfeltreffen der Kinder" dabei, welches Moskau und Minneapolis miteinander verband. Das Ereignis brachte Kinder in der Ostankino-Konzerthalle in Moskau für eine einstündige Show über Satellit mit Kindern im Kindertheater von Minneapolis zusammen. Die Show wurde sowohl in den USA als auch in der damaligen UdSSR gezeigt. Gegen Ende des Jahres 1985 traf Denver sich mit Staatssekretär George Shultz, um einen Vorschlag anzubieten, wie man eine Organisation schaffen könnte, unterstützt von privater Seite, um einen Kulturaustausch zwischen den USA und der UdSSR zu unterzeichnen. 1987 war er der erste Künstler aus dem Westen, der ein Benefizkonzert für die Opfer des Reaktorunfalls von Tschernobyl gab. 1992 dehnte John Denver seine Bemühungen um ein friedlicheres Miteinander zwischen Ost und West aus und tourte durch China, 1994 folgte dann Vietnam - die erste Tournee eines amerikanischen Sängers seit dem Ende des Vietnam-Krieges. Dabei machte er eine überraschende Entdeckung: Wohin er auch kam, überall kannte man Country Roads. Der Song gilt in China als das bekannteste und beliebteste Lied der westlichen Welt. |